Die Geschichte der Cigar Box Gitarren reicht relativ weit zurück. Der erste verbürgte Beweis bezieht sich auf eine Radierung von 1876, auf der zwei Soldaten eine kastenförmige Geige spielen. Da die ersten handlichen Zigarrenkisten, wie wir Sie heute kennen, um 1840 gebaut wurden, ist anzunehmem, dass die Entwicklung ab diesem Zeitpunkt begann.

Instrumente aus Zigarrenkisten waren zu dieser Zeit ein Notbehelf, da sich kaum jemand ein richtiges Saiteninstrument leisten konnte. Die ersten Modelle waren auch noch wesentlich primitiver als die heutigen. Meist wurde ein Besenstiel oder eine Leiste durch eine Zigarrenkiste gesteckt und das ganze dann mit einer oder maximal zwei Saiten bespannt. An Mechaniken, Bünde oder gar Tonabnehmer war nicht zu denken. Vor allem Bluesmusiker verwendeten diese Zigarrenkisten-Gitarren, da sich viele kein Instrument leisten konnten aber gerade Musik eine gute Möglichkeit war um an Geld zu kommen. Aber auch die Cigar Box Guitars entwickelten sich weiter, und wurden mit Teilen von "echten" Instrumentn verfeinert, die ab dem frühen zwanzigsten Jahrhundert schon einfacher zu bekommen waren. Sie wurden nun auch mit mehr Saiten bespannt um klassische Gitarrenstimmungen, wie Open G oder Dropped D, möglich zu machen. Zu den bekanntesten Spielern einer Cigar Box Guitar gehört wohl Bo Diddley. Er hat das eckige Design sogar für seine späteren E-Gitarren übernommen

Heute, in der Zeit der High-End Instrumente, wollen viele Blues-Fans den rauen und ursprünglichen Sound wieder beleben und bescheren der Cigar Box Guitar ein Revival. Die heutigen Versionen sind oft gut ausgerüstet und Bühnentauglich und können sich in manchen Fällen durchaus mit anderen Gitarren messen. Aber auch ganz puristische Modelle tauchen hin und wieder auf. Auf jeden Fall ist diese Form des Saiteninstruments ein schöner Einstieg in den Gitarrenbau und bringt beim Spielen eine menge Spaß.